In diesem Bereich finden Sie Antworten auf Fragen, die unseren Beratern häufig gestellt werden. Klicken Sie die entsprechende Frage an.

Was ist ein Geschäfts- oder Businessplan?

Jeder Existenzgründer benötigt neben seiner Geschäftsidee, neben seinen Fachkenntnissen und seinen sonstigen persönlichen Fertigkeiten einen präzisen und sorgfältig konzipierten Plan, nach dem er seine kaufmännischen Vorstellungen umsetzen will und kann. Ein solches Konzept nennt man Geschäftsplan.
Der Geschäftsplan ist eine Prognose in die Zukunft, er besteht aus einer kurzen Beschreibung der Geschäftsidee, einem Finanzplan mit Umsatz-und Ertragsvorschau und einem Liquiditätsplan. Unerlässlich sind Überlegungen der Konkurrenzsituation, Rentabilität, Marketings, Buchführung, Versicherung, steuerlicher Veranlagung, u.a.
Der Unternehmer beziehungsweise Existenzgründer erstellt einen Geschäftsplan in erster Linie für sich selbst. Wenn das Vorhaben von einer staatlichen Stelle gefördert werden soll, ist der Geschäftsplan in der geschilderten Form allerdings obligatorisch. Wenn der Existenzgründer einen Bankkredit haben möchte, verlangen auch die Banken oder Sparkassen ein Dokument dieser Art.

Was ist der Unterschied zwischen einem Gewerbetreibenden und einem Freiberufler?

Grundsätzlich muss zwischen einer Existenzgründung als Freiberufler oder als Gewerbetreibender unterschieden werden. Falls Sie eine beratende, wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende, erzieherische, o.ä. Tätigkeit anstreben, sind Sie Freiberufler und brauchen kein Gewerbe anzumelden (Sie zahlen auch keine Gewerbesteuer). Jede andere erlaubte, selbständige, auf Gewinn ausgerichtete Tätigkeit ist ein Gewerbe. Sie benötigen hierzu einen Gewerbeschein und melden damit Ihr Gewerbe an. Gewerbetreibende müssen Gewerbesteuer zahlen. Es empfiehlt sich in Zweifelfällen beim Finanzamt anzufragen, zu welcher Kategorie Ihre Gründung gehört.

Welche Rechtsform soll Ihr Unternehmen haben?

Sie können die Rechtsformen  Ihres Unternehmens wählen. Im deutschen Gesellschaftsrecht wird zwischen  Personen- und Kapitalgesellschaften unterschieden. Eine Personengesellschaft kann als Einzelunternehmen oder als Gesellschaft betrieben werden. Bei einem Kleinunternehmen mit einem Inhaber wählen Sie den Typ des Einzelunternehmens. Als Inhaber des Unternehmens sind Sie in diesem Fall mit Ihrem ganzen Vermögen haftbar. Eine weitverbreitete Rechtsform ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz GmbH. In einer GmbH organisieren sich normalerweise mehrere Gesellschafter.
Sie können aber auch als Einzelunternehmer eine sogenannte Ein-Personen-GmbH gründen. Die Mindesteinlage beträgt 25.000 Euro. Die GmbH haftet nur bis zur Höhe der Einlage.
Wenn Sie mit mehreren Personen ein Unternehmen gründen, kommen noch weitere andere Gesellschaftsformen in Betracht, diese sind z.B. OHG, KG, StG, GdBR.

Was ist Franchising?

Der Begriff Franchising hat seinen Ursprung im Frankreich des Mittelalters und bezeichnete die Befreiung von Zöllen und Steuern. Später erwarben Handwerker und Kaufleute unter diesem Begriff die Erlaubnis Märkte und Messen zu veranstalten. Heute bedeutet Franchising die Erlaubnis der kommerziellen Nutzung von Rechten Dritter. 

Der Franchisenehmer erwirb vom Geber eine Lizenz im eigenen Namen und für eigene Rechnung tätig zu sein. Die Lizenz enthält ein Beschaffungs-,  Absatz-  und Organisationskonzept, die Nutzung von Schutzrechten, die Ausbildung des Franchisenehmers und die Verpflichtung des Franchisegebers, den Nehmer zu unterstützen und das Konzept weiterzuentwickeln. Franchising kann also der Beginn in die Selbständigkeit sein mit vermindertem Risiko und stark verkürzter Anlaufzeit.

Als Nachteile kann man sagen, dass der Freiheit des Selbständigkeit enge Grenzen gesetzt sind und der unternehmerische Erfolg von der Geschäftspolitik des Franchisegebers abhängt. Die Dauer der selbständigen Existenz ist durch die Vertragslaufzeit begrenzt. Bevor man eine Franchising Lizenz abschließt, sollte man unbedingt die Beratung eines Experten einholen.

Was ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Damit Sie immer den Überblick über Ihre geschäftliche Tätigkeit behalten, ist eine tägliche Notierung der Ein- und Ausgaben erforderlich. In der einfachsten Form geschieht dies in einem Kontobuch, mit dessen Hilfe jederzeit Ein- und Ausgaben gegengerechnet werden können. Das nennt man dann eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Bequemer als ein Kontobuch sind kommerziell angebotene PC-Programme.
Wenn der Gewinn eines Gewerbebetriebs 30.000 Euro (oder Umsatz 350.000 Euro) im Jahr nicht überschreitet, erlaubt das Finanzamt die einfache Buchführung per EÜR. Übersteigt jedoch der Gewinn die genannten Grenzbeträge oder wird das Unternehmen als im Handelsregister eingetragenes Unternehmen geführt z.B. als GmbH, fordert das Finanzamt auch eine Umstellung der Buchhaltung und es muss eine Bilanz erstellt werden.  Bei Freiberuflern ist die EÜR unabhängig vom Gewinn immer erlaubt.
Eine sorgfältige Buchführung der Ein- und Ausgaben kommt Ihnen  selbst sehr zugute, außerdem vermeiden Sie Ärger mit dem Finanzamt und erleichtern Ihrem Steuerberater die Arbeit.
Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Einnahmen%C3%BCberschussrechnung  , http://www.steuertipps.de/lexikon/e/einnahmen-ueberschussrechnung , http://www.cogbyte.de/project/Buchfuehrung-und-Bilanz.1023.0.html.

Befreiungen von der Mehrwertsteuerabführung, was ist die Kleinunternehmerregelung?

Außer der Einkommensteuer müssen Sie gegebenenfalls Mehrwertsteuer und Gewerbesteuer abführen. Hierzu gelten differenzierte Regelungen. Die Gewerbesteuer kann von Gemeinde zu Gemeinde verschieden sein.
Bezüglich der Mehrwertsteuer auch Umsatzsteuer genannt, gibt es  die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Ein Gewerbetreibender oder Freiberufler kann auf Antrag von der Mehrwertsteuer befreit werden. Im Gegenzug bekommt er auch keine Vorsteuer vom Finanzamt erstattet. Ein Kleinunternehmen ist immer dann gegeben, wenn die Umsätze im Jahr der Gründung weniger als Euro 17.500 und in dem darauf folgenden Jahr weniger als Euro 50.000 betragen. Wenn die Umsätze diese Grenzen überschreiten, entfällt die Möglichkeit der Mehrwertsteuerbefreiung.

Was ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung?

Das Finanzamt wird Ihnen nach Gründung Ihres Unternehmens ein Schreiben zusenden, das einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung enthält. Darin sollten Sie die erwarteten geschätzten Umsätze so genau wie möglich eintragen. Falls die Wirklichkeit später anders aussieht, ist eine Nachveranlagung angesagt.

Wer bezahlt Gewerbesteuer und wie hoch ist sie?

Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Steuer und wird daher von den Gemeinden individuell festgesetzt und erhoben. Rechtsgrundlage ist das Gewerbesteuergesetz (GewStG), die Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung und als allgemeine Verwaltungsvorschriften die Gewerbesteuer-Richtlinien. Die Gewerbesteuer ist eine deutsche Besonderheit. Die Gewerbesteuer ist keine Betriebsausgaben. Allerdings kann bei Personenunternehmen ein Teil der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer angerechnet werden.
Die Gewerbesteuer berechnet sich aus dem Gewinn des Gewerbebetriebs nach Einkommensteuergesetz oder Körperschaftsteuergesetz +/- gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnungen und Kürzungen. Das ergibt den Gewerbeertrag davon abgezogen wird der Freibetrag. Dieser um den Freibetrag verminderte Gewerbeertrag (nach ggf. Verlustabzug und Abrundung auf volle 100 Euro) wird mit der Steuermesszahl (3,5 v.H.) multipliziert und ergibt den Steuermessbetrag. Der Steuermessbetrag wird mit dem Hebesatz multipliziert und ergibt die Gewerbesteuer.

In Bremen beträgt der Freibetrag Euro 24.500 bei natürlichen Personen und Personengesellschaften, der Hebesatz 440 v.H. und in Bremerhaven gilt ein Hebesatz von 395 v.H.
Siehe auch http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/gewerbesteuer.htm und http://www.finanzen.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen53.c.8842.de.

Was ist die SCHUFA?

Wenn Sie einen Kredit benötigen, können Sie sich an eine Bank oder Sparkasse wenden. Generell sind Kredite auf Investitionen leichter zu erhalten als auf Waren oder Verbrauchsmaterial. In jedem Fall wird der Kreditgeber eine sogenannte SCHUFA-Auskunft einholen.
Die Abkürzung SCHUFA steht für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die SCHUFA ist eine private Organisation. Die Adresse finden Sie im Internet, Sie können die SCHUFA anschreiben und anfragen, ob und gegebenenfalls welche Daten über Sie gespeichert sind.
Siehe auch http://www.schufa.de/de/

Welche Daten speichert die SCHUFA?

Allgemein werden bei der SCHUFA die folgenden personenbezogenen Daten gespeichert:

Name, Vorname, Geburtsdatum, Ort
Aktuelle und ehemalige Adressen
Girokonten
Kreditkarten
Telekommunikationskonten
Kreditverträge
Leasingverträge mit Betrag, Laufzeit und eventueller vorzeitiger Erledigung.

Offene und fällige Forderungen
Kündigung von Dauerkonten (z.B. Versandhäuser)
Mahn-und /Vollstreckungsbescheide
Eidesstattliche Versicherung  EV
Haftbefehl zur Vorführung zur EV
Zahlungsverzüge bei Darlehen und Krediten
Eröffnung von privaten Insolvenzverfahren
Missbrauch von Giro-, Kreditkarten-, Kreditkonten, Handyverträgen
Kreditkündigung

Interessanterweise werden Daten über Ihr eventuelles Vermögen wie Geld- oder Sachanlagen von der SCHUFA nicht erfasst.

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